EM 2016: die Wettquoten zur Fußball Europameisterschaft 2016

Das lange Warten der Fußball-Fans auf dem ganzen Kontinent hat ein Ende, wenn am 10. Juni 2016 die größte Europameisterschaft aller Zeiten beginnt. In Frankreich werden erstmals 24 Nationen um die begehrte Coupe Henri-Delauny rittern.
Symbol EURO 2016 Frankreich
Ausgetragen wird die 15. Ausgabe der kontinentalen Endrunde in zehn Stadien: Die 51 Spiele der EURO 2016 finden in Saint-Denis, Paris, Marseille, Lyon, Lille, Bordeaux, Lens, Saint-Etienne, Toulouse und Nizza statt. Schauplatz des Eröffnungsmatches zwischen Frankreich und Rumänien sowie des Finales (10. Juli) ist das Stade de France in Saint-Denis mit einer Kapazität von 81.338 Zuschauern.

Dadurch, dass die Teilnehmerzahl von 16 auf eben 24 Mannschaften erhöht worden ist, gibt es auch erstmals seit der EM 1996 wieder einen neuen Modus. Die qualifizierten Teams wurden in sechs Vierergruppen (A bis F) gelost, aus denen die Gruppenersten, Gruppenzweiten sowie die vier besten Gruppendritten in die K.o.-Phase einziehen.

Danach gibt es mit der Premiere des Achtelfinales bei einer EURO insgesamt noch drei Hürden, um ins Endspiel um den Pokal zu gelangen. Der Weg zum Titel ist für den kommenden Europameister also härter als je zuvor, was den Fans auf der ganzen Welt natürlich noch mehr Spannung verspricht.

 

Wer wird Europameister EM Wettqoten

 

Jogi Löw nach 2012 von Selbstzweifel geplagt

Aber wer darf sich eigentlich die besten Chancen auf die Krone ausrechnen? Glaubt man den Wettanbietern, so kristallisieren sich drei absolute Top-Favoriten heraus. Darunter ist auch, wie bei praktisch jedem Turnier, die deutsche Nationalelf zu finden.

Kein Wunder, denn Deutschland zählt mit vier WM Titeln (1954, 1974, 1990, 2014) und drei EM-Triumphen (1972, 1980 und 1996) zu den erfolgreichsten Fußball-Nationen der Welt. Zudem kam die DFB-Auswahl noch drei Mal bis ins EM-Finale und bei den letzten fünf Großereignissen immer mindestens bis ins Semifinale.

 
EM 2016 Infos zur deutschen Mannschaft
 
So auch bei der jüngsten EM im Jahr 2012, als Mario Balotelli die Italiener mit seinen beiden Toren im Halbfinale gegen die Jungs von Jogi Löw ins Endspiel schoss. Die Jubelpose, bei der der mittlerweile 25-Jährige im wahrsten Sinne des Wortes seine Muskeln spielen ließ, brannte sich tief in das Gedächtnis von Löw und der gesamten Nation.

„Das musste ich lange verarbeiten. Ich wollte definitiv eine Zeit lang von Fußball nichts hören und sehen. Ich habe mich hinterfragt, habe gezweifelt“, blickte der Coach vor kurzem in einem Interview zurück auf die damals massive Kritik an seiner Taktik und Personalauswahl.

Schlussendlich überwand Löw aber seine Selbstzweifel und führte die DFB-Elf vor zwei Jahren in Brasilien zu ihrem insgesamt vierten WM-Titel. Eine Entwicklung, die jedoch auch die Erwartungshaltung und den Druck vor dem diesjährigen Turnier wieder steigen ließ. Alles andere als der erneute Triumph würde als Scheitern betrachtet werden.

 

Die Weltmeister sollen es richten

„Diese Elf will Europameister werden“, stellte der 56-Jährige klar und ließ keinerlei Zweifel and der Zielsetzung seines Teams aufkommen. Dabei setzt Löw vor allem auf die Erfahrung seiner Weltmeister: „Ich glaube, dass Spieler wie Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels, die jetzt mit Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira die Elf mitführen, die Mannschaft auf Kurs bringen.“

Die stellenweise holprige Qualifikation (Niederlagen in Polen und Irland, Remis zu Hause gegen die „Boys in Green“) wurde am Ende doch mit sieben Siegen und 22 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz abgeschlossen.

Da ein temporärer Leistungsabfall nach der Krönung in Brasilien zu erwarten war, sollten die teilweise eher mäßigen spielerischen Auftritte keine großen Auswirkungen auf die Performance in Frankreich haben. Mit der Fokussierung des gesamten Kaders und dem Feinschliff durch das Trainerteam soll das Trainingslager im schweizerischen Ascona, in das die Mannschaft vor kurzem einzog, den ersten wichtigen Baustein im EM-Titel-Puzzle bedeuten.

 
Wettquoten für Deutschland bei der EM 2016
 

In der Vorrunde trifft die Löw-Truppe in der Gruppe C zunächst auf Nordirland, Polen und die Ukraine. Sicherlich also keine allzu schwierigen Aufgaben, die in der Gruppenphase zu bewältigen sind.

Das erste Spiel bestreitet Deutschland am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine (Anpfiff 21:00 Uhr), danach folgt die Partie gegen Robert Lewandowski & Co. am 16. Juni in Saint-Denis (21:00 Uhr), und zum Schluss das Match gegen den EM-Neuling in Paris (18:00 Uhr). Laut Wettanbieter sollten alle drei Kontrahenten keine Stolpersteine für Müller & Co. darstellen.

 

Frankreich im eigenen Land bärenstark

Die Quoten der Buchmacher lassen zudem durchaus berechtigte Hoffnung, dass der DFB-Auswahl erneut der ganz große Wurf gelingt. Äußerst gute Chancen dürfen sich ebenfalls die Gastgeber ausrechnen. Mit der Unterstützung des Publikums ist Frankreich in der Geschichte nämlich gut gefahren.

Auf heimischem Boden sind Les Bleus 1984 Europameister geworden, als Michel Platini sein Team mit dem heute noch bestehenden Rekord von neun Turniertoren zum Titel schoss. Außerdem war die Equipe Tricolore auch bei der Weltmeisterschaft 1998 im eigenen Land nicht zu bezwingen. Im Finale zeichnete schließlich Zinedine Zidane mit einem Doppelpack gegen Brasilien für den Triumph hauptverantwortlich.

Daneben gelang noch der Pokalsieg bei der EM 2000, als David Trezeguet die Blauen mit einem Golden Goal im Endspiel gegen Italien zum Europameister machte. Seit dem zweiten Platz bei der WM 2006 verliefen die Endrunden aber großteils enttäuschend. Zuletzt schied die Mannschaft von Didier Dechamps in Brasilien im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Deutschland aus.

 
Infos zu Frankreich bei der EM 2016
 

Weil die Franzosen nun Gastgeber sind und daher kein einziges Qualifikationsspiel bestritten, ist es schwer die wahre momentane Stärke des Teams richtig einzuschätzen. Ergebnisse von Testspielen sind nämlich meistens nicht besonders aussagekräftig.

Dennoch konnten sich vor allem die freundschaftlichen Vergleiche gegen die DFB-Elf (2:0-Sieg), die Niederlande (3:2), Russland (4:2), Spanien (1:0) und Portugal (1:0) durchaus sehen lassen. Dagegen gab es in den vergangenen zwei Jahren aber auch Niederlagen gegen England (0:2), Belgien (3:4), Brasilien (1:3) und sogar Albanien (0:1).

 

Didier Dechamps hat vollstes Vertrauen

Angeführt wird das französische EM-Aufgebot von Mittelfeld-Star Paul Pogba (Juventus Turin) und Offensivkraft Antoine Griezmann (Atletico Madrid). Aber auch die beiden Jungstars Anthony Martial (Manchester United) und Kingsley Coman (Bayern München) sollen dem Spiel der Blauen ihren Stempel aufdrücken.

Bayern-Star Franck Ribery wird bei der Heim-EM dagegen zuschauen müssen. „Es gibt keinen Grund, einen Platz im Kader für ihn zu opfern“, erklärte Dechamps, der vollstes Vertrauen in sein Team hat. Auch der ehemalige Weltklassespieler Marcel Desailly, der mit Frankreich Welt- und Europameister wurde, hält große Stücke auf die Mannschaft.

„Didier Dechamps hat eine sehr, sehr gute Generation von Spielern zur Verfügung“, sagte der 47-Jährige. Ihr fehle nur etwas an Erfahrung. Weiters verglich Desailly die Elf mit jener von Deutschland bei der WM 2010, die „den Start einer Generation markiert hat“.

Ob es nun am Ende aber gar zum Titel reicht? Die Wettanbieter sind zumindest zuversichtlich, was die Ambitionen der Equipe Tricolore angeht. Laut Buchmacher darf sich allerdings noch eine dritte Mannschaft über sehr gute Chancen freuen – niemand Geringerer als Titelverteidiger Spanien.

 

Kann Spanien nach dem Desaster in Brasilien zurückschlagen?

Der größte Erfolg der Furia Roja war lange Zeit „nur“ der Triumph bei der Europameisterschaft 1964 im eigenen Land. Doch mit der „goldenen Generation“ um Xavi, Andres Iniesta, Kapitän Iker Casillas und Fernando Torres schafften die Iberer ein historisches Triple.

 
Infos zu Spanien bei der EM 2016
 

2008 und 2012 holten sie den EM-Titel, dazwischen setzten sich die Spanier noch dazu 2010 die WM-Krone auf. Und obwohl bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien dann mit dem Vorrunden-Aus der große Einbruch kam, scheute Teamchef Vicente del Bosque davor, die Mannschaft komplett umzubauen.

So sind unter anderem mit Casillas, Iniesta, Cesc Fabregas, David Silva, Sergio Ramos und Gerard Pique langjährige Stützen weiterhin Eckpfeiler des aktuellen Teams. Dies hat der Roten Furie anscheinend auch nicht geschadet.

 

Die Defensive war Spaniens Quali-Trumpf

In der Qualifikation mussten die Elf von Del Bosque lediglich ein Mal geschlagen geben. Neun Siege in zehn Spielen brachten am Ende die beeindruckende Ausbeute von 27 Zählern und den ersten Platz mit einem 5-Punkte-Vorsprung auf die Slowakei.

Vor allem die Defensive präsentierte sich in der Quali mit insgesamt nur drei kassierten Toren bärenstark. Allerdings gab es mit der Slowakei, der Ukraine, Weißrussland, Luxemburg und Mazedonien auch nicht wirklich Mammutaufgaben zu bewältigen.

„Ich bin überzeugt, dass wir ein klasse Team sind“, meinte Del Bosque vor kurzem. Daran glauben wohl auch die Wettanbieter, die Spanien ebenso ganz weit vorne sehen. Neben der Roten Furie, den Gastgebern und Weltmeister Deutschland möchten aber noch eine Reihe anderer Nationen im Kampf um den Titel mitreden.

icon pokalSo sehnen sich zum Beispiel die Engländer nach dem WM-Sieg 1966 nach ihrem erst zweiten Titel bei einem großen Turnier. Nicht zu verachten ist überdies Mitfavorit Belgien, das sich in den letzten Jahren zu einem echten Großkaliber entwickelt hat. Oder auch Italien, das bekanntlich eine Turnier-Mannschaft ist.

Interessant werden aber auch die Auftritte der Österreicher, die sich mit Bayern-Star David Alaba und dem frischgebackenen englischen Meister Christian Fuchs (Leicester City) souverän zum ersten Mal überhaupt für eine EM-Runde aus eigener Kraft qualifiziert haben.