Zwei Knaller in der zweiten DFB-Pokalrunde

Das hatte sich Glücksfee Felix Neureuther sicherlich anders vorgestellt. Der Ski-Star und bekennende Fan von Bayern München hat seinem Lieblingsverein bei der Auslosung zur zweiten Runde des DFB-Pokals kein Glück gebracht. Nach dem Bundesliga-Eröffnungsspiel zwischen dem FC Bayern München und dem Hamburger SV, loste Neureuther seinem FCB mit Titelverteidiger Wolfsburg den ärgsten Konkurrenten der vergangenen Saison und somit das wahrscheinlich schwierigste Los im gesamten Topf zu.

Der sympathische Bayer entschuldigte sich gar beim FC Bayern via Twitter für das Los. Beim Rekordmeister selber sieht man es etwas lockerer. Das Los sei „überhaupt kein Problem“, ließ Sportvorstand Matthias Sammer gewohnt selbstbewusst verlauten. Und man habe wegen des verlorenen Supercup-Spiels eh noch eine offene Rechnung mit den Wölfen zu begleichen. Auf dem Weg zum Titel muss man außerdem sowieso jeden Gegner schlagen.

Die Begegnung des Meisters gegen den Vize-Meister und Pokalsieger ist aber nicht der einzige Knaller. Auch die Partie FC Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach kann man definitiv als absolutes Spitzenspiel bezeichnen. Wer hier sein Geld auf ein Team wetten will, dem steht sicherlich keine leichte Entscheidung bevor. Wenn man sich an der letzten Saison orientiert, dann wäre die Borussia aus Mönchengladbach hier sicherlich leichter Favorit. Allerdings haben die Fohlen mit dem 0:4 gegen den BVB auch einen kompletten Fehlstart hingelegt und sind noch auf der Suche nach der Vorjahresform. Der FC Schalke hingegen scheint unter dem neuen Trainer Andre Breitenreiter wieder erstarkt aus der Sommerpause zurückgekehrt zu sein. Beim 3:0 gegen den Werder Bremen ließen die Knappen die teilweise erschreckenden Leistungen der Rückrunde unter Roberto di Matteo vergessen. Und mit den Fans im eigenen Stadion im Rücken sind die Schalker hier momentan wohl eher der Favorit. Aber das wird sicherlich ein enges und spannendes Spiel.

Mit den Begegnungen Werder Bremen-1.FC Köln und SV Darmstadt 98-Hannover 96 gibt es zwei weitere reine Bundesliga-Paarungen in der zweiten Pokalrunde. Auch hier ist bei den Buchmachern und auf den ersten Blick kein klarer Favorit auszumachen.

Der BVB empfängt nach seinem Bundesliga-Traumstart gegen Gladbach die Absteiger vom SC Paderborn. Auch wenn man in Dortmund bemüht ist, die neu entfachte Euphorie um die Mannschaft und vor allem um den neuen Trainer Thomas Tuchel etwas einzubremsen, so sollten hier die Rollen klar verteilt sein.

Und auch bei den Partien Viktoria Köln-Bayer 04 Leverkusen, Erzgebirge Aue-Eintracht Frankfurt und FC Carl Zeiss Jena-VfB Stuttgart sieht zumindest auf dem Papier alles nach klaren Siegen für die Bundesligisten auf. Aber der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze, was man auch direkt in der ersten Runden wieder sehen konnte.

Dem SSV Reutlingen (gegen den Karlsruher SC) und FC Carl Zeiss Jena (gegen den HSV) gelangen hier die großen Überraschungen. Und klare Favoriten wie der FC Augsburg (3:1 n.V. gegen SV 07 Elversberg), SV Werder Bremen (2:0 n.V. gegen die Würzburger Kickers) oder der VfB Stuttgart (2:1 gegen Holstein Kiel), konnten sich nur mit Ach und Krach durchsetzen und somit einer Blamage entgehen.

Der DFB Pokal ist und bleibt ein spannender Wettbewerb, in dem es Jahr für Jahr Überraschungen und Sensationen gibt. Das macht ihn auch so beliebt und attraktiv für die Fans.